Der Weiler Chez Joly

Chez Joly ist ein Weiler (lieu-dit) in Sichtweite des Dorfes Javerlhac, auf einem Hügel aufdem anderen Ufer des Bandiat. Der Ort ist schon auf der allerersten französischen Karte zu sehen. Die erste Vermessung von Javerlhac fand 1766 statt. 

Ein lieu-dit ist in Frankreich ein einzelnes Gehöft, oder wenige Häuser. In der Dordogne und im Limousin haben solche Orte oft den Namen oder Spitznamen eines der ersten Bewohner. Man kann also annehmen, dass einer der erstern Einwohner vor vielleicht dreihundert Jahren Joly hieß.

Der erste bekannte Bewohner war FR Jalanhat. Zwei seiner Söhne, Antoine und Georges waren während und kurz nach der Französischen Revolution Priester in Javerlhac und Bussière-Badils.

Früher waren in dieser Gegend die Nebengebäude grösser als die Wohnhäuser, wobei "früher" noch in den 1960er Jahren gültig war. Der jetzige Besitz war lange ein Bauernhof, dessen Wohnhaus nur aus einem Raum bestand auch wenn Jalanhat ein königlicher Notar (notaire royal) war. Bis lange ins zwanzigste Jahrhundert lebten oft drei Generationen in einem Raum. Zwei Räume gleich zwei Großfamilien. Mehrere Bewohner von Javerlhac wohnten in ihrer Kindheit in Chez Joly zur Miete, sie hatten einen einzigen Raum zur Verfügung ohne Strom und fließendes Wasser, die erst mit den "Parisern" kamen. Eine Toilette gab es auch nicht. Nicht einmal ein Herzhäuschen. Man ging, wie es bei dem uralten Nachbarn noch nach 1990 üblich war, in die Scheune hinter einen Strohballen oder ähnliches.

Das Ferienhaus wurde in einem Nebengebäude am äußersten Ende der Scheune eingerichtet. Da  der Teil zum Teil bis auf die Grundmauern eingestürzt war, wissen wir nicht, was sich dort früher befand. Vielleicht eine Werkstatt mit geschlossenem Innenhof (heute Veranda). Der älteste Teil des Besitzes ist wohl die Gartenmauer, dort wo das Gelände abrupt zum Fluß Bandiat hin abfällt.

Heutigentags stehen fünf Häuser auf dem Hügel Chez Joly. Das Ferienhaus ist am äußersten Ende am Abhang und sein Garten vom Weg her nicht zu sehen. Die Straße endet hier. Weiter führt ein steiniger Feldweg, der auch als Wanderweg benutzt wird.

Javerlhac auf der Karte von 1766

 

Auszug aus der Karte von Cassini von 1766, auf der der Weiler (lieu dit) Joly zu sehen ist.